Beeren und Pilze genießen – Hunde entwurmen

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Gesundheitsgefahr durch Fuchsbandwurm vorbeugen

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm kann beim Menschen eine lebensgefährliche Erkrankung verursachen. Zum Schutz wird meist vor dem Verzehr selbst gesammelter Beeren oder Pilze gewarnt, die mit Wurmeiern aus Fuchskot verunreinigt sein könnten. Aber auch Hunde können gelegentlich Träger des Fuchsbandwurms sein. Die Bayerische Landestierärztekammer empfiehlt deshalb, Hunde regelmäßig fachgerecht zu entwurmen, um dieses Risiko sicher auszuschließen. Der Haustierarzt berät zu individuellen Risiken und angepassten Maßnahmen.
„Auch wenn eine Erkrankung beim Menschen nur selten ist, stehen wir Tierärzte in Bayern in der Pflicht, über diese Zoonose aufzuklären“, so Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Landestierärztekammer, denn: „Bayern gehört zu den Risikogebieten für diese Infektion und die Fallzahlen steigen tendenziell an.“
Bislang wurde vor allem davor gewarnt, Beeren oder Pilze, besonders in der Natur selbst gesammelte, ungewaschen bzw. roh zu verzehren, weil sie mit Kot von Füchsen und damit Eiern des Fuchsbandwurms verunreinigt sein könnten. Eine Studie über 40 Fälle der Krankheit beim Menschen in Deutschland zeigt aber, dass diese vegetarischen Genüsse nur ein minimales Risiko bedeuten. Dagegen scheinen Halter von Hunden, die Wildtiere jagen oder unbeaufsichtigt Freilauf haben (beispielsweise „Hofhunde“), stärker gefährdet, und zwar besonders dann,
wenn sie ihren Hund nicht oder nur unregelmäßig entwurmen.
Der Mensch ist für den Fuchsbandwurm zwar nur ein „Zufallswirt“, die gesundheitlichen Folgen können aber sehr schwerwiegend sein: Bei einer Erkrankung (alveoläre Echinokokkose) kommt es zu tumorähnlichen Veränderungen vor allem in der Leber, dann auch in der Lunge oder im Gehirn.
Weil die Krankheit sich sehr langsam entwickelt, wird sie meist erst spät erkannt; die Therapie ist aufwendig – unbehandelt verläuft die Krankheit tödlich.
Füchse, „Hauptwirte“ des Bandwurms, und Hunde erkranken selber nicht, sind aber eine Infektionsquelle für den Menschen. Weil die Zahl der Füchse steigt und sie zunehmend auch die Städte besiedeln, hat sich das Infektionsrisiko insgesamt erhöht und vom ländlichen in den städtischen Raum verlagert. Erforderlich sind deshalb ein geeignetes, tierschutzgerechtes Management der städtischen Fuchs- Populationen und eine fachgerechte Wurmbehandlung bei Hunden.

Prof. Dr. Theo Mantel,
Bayerische Landestierärztekammer
Tel. (0 89) 21 99 08-0/-27
Tipps für Ihre Recherche: www.rki.de (über Index) und www.lgl.de (über Arbeitsschutz – Arbeitsmedizin)